
November 2025
Wie das Ende
von Casablanca
mit Federico Dimitri, Noce Noseda und Simon Engeli
Regie: Elisa Canessa
Grafik: Madlaina Janett - Photos: Regina Jäger
Wie das Ende
von Casablanca
Spätabends treffen zwei Männer im Wartesaal eines Provinzbahnhofs aufeinander. Ein Schneesturm hat den Zugverkehr lahmgelegt. Die Begegnung scheint zufällig, doch ist der eine mit einer ganz bestimmten Absicht dort. Er will den anderen töten. Die Sache ist nur: Der eine ist ein guter Mensch. Und der andere auch. Eine nächtliche Begegnung voller Spannung und Überraschungen, durchzogen von absurdem Humor bis zum ersten Sonnenstrahl. Und wie war noch gleich das Ende von Casablanca?
Spiel
Federico Dimitri
Noce Noseda
Simon Engeli
Regie
Elisa Canessa
Musik und Sounddesign
Morten Qvenild
Kostüme
Joachim Steiner
Lichtdesign
Marco Oliani
Wie «Dieser Himmel zum Beispiel» (2019) und «Geppetto 201» (2023), wurde auch die neueste Zusammenarbeit mit der Compagnia „Dimitri/Canessa“ vom Ensemble in einem kreativen Prozess von Schreibarbeit, Improvisation, Sound- und Lichtdesign gemeinsam entwickelt.
Drei Fragen an Elisa Canessa
Woher stammt die Idee zu "Wie das Ende von Casablanca"?
Wie bei jedem unserer Projekte steht am Anfang ein Wunsch. In diesem Fall war es der Wunsch, erneut mit Andrea Noce Noseda und mit der Theaterwerkstatt Gleis 5 zusammenzuarbeiten. Hinzu kommt eine Anekdote: Während der Proben zu unserer letzten Produktion, Geppetto 201, hatte Federico Dimitri eine Szene geschrieben und vorgeschlagen. Es war die Szene der surrealen Begegnung zwischen zwei Fremden. Die Szene gefiel uns allen dreien sofort sehr gut; wir erahnten ihr Potenzial. Das Projekt nahm jedoch eine andere Richtung und diese Szene wurde nicht verwendet. Aber genau aus dieser Szene, die in unseren Köpfen weiterkeimte, entstand "Wie das Ende von Casablanca". Sie entwickelte sich zu einem ganzen Theaterstück, das wir nun dem
Publikum präsentieren können.
Worum geht es konkret in "Wie das Ende von Casablanca", und warum dieser Titel?
"Wie das Ende von Casablanca" handelt von einem Mann, der einen anderen töten will. Weshalb er dies tun will, muss das Publikum selbst herausfinden, und genau das ist einer der fesselnden Aspekte des Stücks. Die Zuschauenden fühlen sich in den Kopf des Protagonisten katapultiert, der sich nicht erinnern kann, ob er tatsächlich ein Verbrechen begangen hat oder nicht! Die Erinnerungen tauchen vor den Augen des Publikums auf – aber sind sie alle real? Was ist wirklich passiert? Auch der Titel ist eine Art Spiel, ein Rätsel, das sich im Laufe der Vorstellung lüften wird. Wer sich erinnert, wie der Film Casablanca endet, hat vielleicht schon einen Anhaltspunkt... Es bleibt nur, die Vorstellung zu besuchen, um es herauszufinden!
Nach "Dieser Himmel zum Beispiel" und "Geppetto 201" gibt es eine neue Produktion mit dir in der Regie und Federico Dimitri und Andrea Noce Noseda auf der Bühne, diesmal ergänzt durch Simon Engeli. Gibt es einen roten Faden, der die drei Werke verbindet?
Sicherlich. Ich betrachte diese drei Werke gerne als eine Art Trilogie über entgleiste Leben. Aber Leben, die zum Licht hin entgleisen. Wenn ich an Raymond Carver denke, dem unser erstes Stück gewidmet ist, an Geppetto und jetzt an Thomas, den Protagonisten von "Wie das Ende von Casablanca", dann denke ich an schwierige Leben, in denen Leid eine wichtige Rolle gespielt hat. Gleichzeitig sehe ich aber Männer, die fähig sind, den sensibelsten Teil ihrer selbst wiederzufinden. Ich sehe Männer, die von Liebe bewegt werden. Ich sehe Leben, die Poesie in sich tragen.





