Joe Sebastian Fenner

Freiherr von Küsnacht, gegenwärtig zu Winterthur. Freischaffender Künstler, Alt-Kommunist und Passivraucher.

J.S.F wurde als zweitschwerstes Kind von fünf Geschwistern geboren. Über seine Jugend weiss man bloss, dass er die Schulen besuchte und von einem lukrativen und unbeschwerten Künstlerdasein träumte. Versuche zur Einordnung des freidenkenden Sonderlings gibt es einige, am ehesten lässt er sich der Bewegung "Grosse Illusionisten" zuordnen. Seine ersten Bühnenschritte - als siebenjähriger - endeten in einer Katastrophe. Das Architekturstudium an der ETH brach er ab, weil er sich in eine Frau verliebte. Noch bevor er an der Universität das Germanistikstudium begann, hatte sich die Frau bereits von ihm abgewandt, worauf er wieder Architektur studierte. Da er nach 2 Jahren noch immer kein eigenes Grossraumbüro oder Atelier besass, ausserdem unglücklich verliebt war in eine Schauspielerin und Tänzerin, zog er nach Paris, wo er sich an der Rue de Bellechasse bei einer Grossherzogin einmietete und sich so Anschluss an die französische Aristokratie erhoffte. Nebenbei besuchte er eine berühmte Mimenschule und lustwandelte in der Weltstadt. Die Herzogin erwies sich zwar als tolle Schlummermutter, die allerdings auf die Aristokratie pfiff. Und auch die viel gelobte Mimenschule war eine Enttäuschung: obwohl er sein ganzes Vermögen dort liegen liess, war er Ende des Jahres noch immer keine Berühmtheit! Arm und abgezockt, enttäuscht von der Aristokratie und skeptisch gegenüber der  Bohème, physisch und psychisch angeschlagen, vegetierte er einige Wochen in einem Loch namens Zürich dahin. Dort hörte er - eher zufällig - von einer Narrenschule im Tessin, nicht weit vom Monte Verità, und berauscht von der Vorstellung von nackten Tänzerinnen in taufrischem Gras setzte er sich in den nächsten Zug Richtung Süden. Die Narrenschule erwies sich bald als Kloster - als recht lustiges Kloster allerdings: herrschten tagsüber strenge Disziplin und klare keusche Regeln, so ging es allabendlich ganz munter zu, mit Vergnügen tauschten Männlein und Weiblein da ihre Erfahrungen aus. Doch irgendwann setzte sich die Erkenntnis durch, dass vertieftes Suchen uferlosen Erkundungen vorzuziehen sei. Der libertinären Phase entwachsen, blieb J.S.F. dennoch der Bohème treu. Seine Liebe gelte der freien Theaterszene, dort fühle er sich wohl, versichert er. Er ist Mitbegründer von Theatergruppen, mag Abwechslung, seine grösste und liebste Herausforderung sieht er im Recherchieren, bei der Kreation und beim Spielen eigener Theaterstücke. Notorisch und aktenkundig ist auch seine Liebe für starke Frauencharaktere. Seit einigen Jahren versucht er als Lehrer, jüngeren Menschen seine Begeisterung weiter zu geben.

Materieller Erfolg bedeute ihm nichts, behauptet er.

Aber: einmal eine grosse Rolle in einem grossen Spielfilm zu spielen - das wäre sein Wunsch, verrät er.

Weshalb wir ihn weiterhin der Bewegung "Grosse Illusionisten" zuordnen.